Nach der Coronapause konnte endlich wieder ein Präsenznachmittag zum Thema „Warum alles kaputt geht- Praktische Schadensfälle“ mit interessierten Studenten aus dem Fachbereich der Werkstofftechnik und des Maschinenbaus der Friedrich-Alexander-UNI Erlangen-Nürnberg bei MHW in Schwarza stattfinden. Zusammen mit Ihrem Hochschullehrer Prof. Dr. Peter Weidinger wurden u.a. auch Möglichkeiten und Grenzen der modernen Werkstoffprüfung bei der Aufklärung von Schadensfällen anhand von Beispielen aus Wärmebehandlung, Korrosion und Werkstoffauswahl diskutiert. Ebenfalls war auch die schwindende Anzahl von Fachkräften in den Bereichen der Werkstofftechnik und Werkstoffprüfung und ein damit verbundener Verlust von Fachwissen in den Firmen ein wichtiges Thema. Nicht selten war dies auch eine der Ursachen für einige der bei MHW vorgestellten Schadensfälle. Das Rad wird also inzwischen häufiger zweimal erfunden. Die Teilnehmer haben jedenfalls versichert, dass sie reichlich Anregungen für ihren kommenden praktischen Einsatz im Berufsleben mitnehmen konnten. Eine 5. Auflage der Diskussionsrunde ist auf jeden Fall schon geplant.
Zweite Auflage „Wissenschaft trifft Praxis“ an der TU Ilmenau
Am 15.06.2023 fand an der TU Ilmenau, mit Unterstützung der 3 DVS-Bezirksverbände in Thüringen, die zweite Auflage von „Wissenschaft trifft Praxis“ statt.
Prof. Dr.-Ing. habil. J. P. Bergmann und Martin Hofmann betonten zur Begrüßung, dass es trotz der aktuell schwierigen Situation für eine Durchführung von Präsenzveranstaltungen wichtig ist, dieses Veranstaltungsformat nach den Corona-Jahren wieder intensiver zu nutzen. Dass die Möglichkeiten des virtuellen fachlichen Austausches trotz unbestrittener Vorzüge ihren Grenzen haben, wurde auch anhand der angeregten Diskussionen zu den einzelnen Vorträgen und bei der anschließenden Besichtigung der aktuellen Projekte an der TU Ilmenau erkennbar. Auch Bratwurst und Bier schmeckten bei den anschließenden Gesprächen in Gesellschaft besser, als die auch schon alternativ erprobten gemeinsamen virtuellen Nachsitzungen.
Im ersten Vortrag stellte Herr Lars Bullmann von der Arnold AG mit Unterstützung von Herrn Christof Buerdek (KUKA) aktuelle Ergebnisse aus der Untersuchung zu alternativen Varianten des Widerstandspunktschweißens mit dem Laser vor. Insbesondere der hohe Automatisierungsgrad war hier ein Motivationsfaktor für diese Entwicklung.
Anschließend zeigte Herr Sebastian Schrodt von der EJOWELD EJOT SE & Co. KG eine spezielle Fügetechnik zur Verbindung zwischen Leichtmetallen und höchstfesten Stählen, die ihre Anwendung vorzugsweise im Automobilbereich hat. Die Firma hat mit diesem Verfahren ein Alleinstellungsmerkmal und kann durch die Konstruktion und spezielle Anpassung der erforderlichen Spezialtechnik auch schwierige Fügeaufgaben realisieren.
Auch das Günter-Köhler-Institut für Fügetechnik und Werkstoffprüfung GmbH war wieder mit einem spannenden Vortrag über ein modernes und bisher wenig verbreitetes Fügeverfahren vertreten. Herr Felix Gemse stellte die Möglichkeit der neusten Generation von Diffusionsschweißanlagen zum Fügen von Aluminiumwerkstoffen vor. Mit dieser Verfahrenstechnik hat das Institut eine führende Stellung in Deutschland. Diskutiert wurden insbesondere die Änderung der Materialeigenschaften bzw. deren Wiederherstellung nach dem Fügeprozess.
Im letzten Vortrag der Nachmittagsveranstaltung stellte Herr Dr. Hildebrand aus dem Bereich Fertigungstechnik an der TU Ilmenau an praktischen Projektergebnissen den aktuellen Stand des Einsatzes und der Vorzüge additiv gefertigter Werkzeuge vor. Hier spielen insbesondere die besseren Gestaltungsmöglichkeiten von Kühlkreisläufen und deren Lage im Werkzeug eine große Rolle für die Optimierung von Fertigungsabläufen bspw. beim Kunststoffspritzen.
Ein Teil der Versuchsstände bei der anschließenden Besichtigung der Einrichtung war dem einen oder anderen schon aus der ersten Veranstaltung bekannt. Dr. Hildebrand konnte aber bei der Erläuterung der laufenden Projekte zeigen, dass sich auch hier die Aufgabenstellung aus der Industrie und die Lösungsansätze in den letzten Jahren weiter entwickelt haben. Vorgestellt wurden u. a. Projektbeispiele zu
Mit einer nicht ganz ernst gemeinten Variante des Rührreibschweißens von Schokolade, mit einem speziellen Holzwerkzeug, die für die lange Nacht der Wissenschaft vorbereit wurde, konnten die Tagungsteilnehmer dann zur Stärkung mit Bratwurst und Steak übergehen, die von den fleißigen Mitarbeitern im Fachbereich vorbereitet wurden. Hierbei konnten auch die Fachgespräche in entspannter Atmosphäre fortgesetzt werden, bei denen wir uns – wie schon bereits bei der ersten Auflage – mehr Teilnehmer aus dem studentischen Bereich der Hochschulen in Thüringen gewünscht hätten.
Ein herzliches Dankeschön an alle aktiven Unterstützer und Organisatoren der Veranstaltung! Auch auf Grund der anregenden Diskussionen der Teilnehmer während und nach der Veranstaltung waren wir uns einig, dass wir auch eine 3. Auflage organisieren werden.
Referenten: „Die Schweißnaht – ein ‚Datenträger‘ bei der Schadenuntersuchung“ Dipl.-Ing. (FH) REINHOLD SCHAAR, Ingenieurbüro Schaar (IBS) „Sicherer Umgang mit technischen Gasen und Druckgasflaschen“ Dipl.-Ing. CHRISTOS KAWAKOPULOS, Tyczka Industrie-Gase GmbH, Mannheim „Bildgebende Ultraschallprüfung an hochfesten Blechen mit unterschiedlicher Schallausbreitung“ und Vorführung Gerätetechnik Dr. (USA) WOLFRAM A. KARL DEUTSCH, KARL DEUTSCH Prüf- und Messgerätebau GmbH + Co KG, Wuppertal FRANZ HALLINGER, Hallinger Werkstoffprüfung, Dortmund „Die neue DIN EN ISO 14731:2019 – Kompetenz statt Qualifikation – Modebegriff oder Mehrwert?“ Dipl.-Ing. JOCHEN W. MUßMANN, Ingenieurbüro für Schweißtechnik und Qualitätsmanagement, Meerbusch „Auf Eigenspannungen zurückführbare Schadensfälle“ Dr.-Ing. DJANGO BAUNACK, Universität Kassel Institut für Werkstofftechnik, Kassel „Montagekatastrophen“ Dipl.-Ing. (TU) CLAUS MÄNNEL, Zwickau