4. Härtereiabend 2025/2026 des AWT Härterei Kreises Suhl am
Bildungscampus BTZ Rohr Kloster
Im Rahmen unserer jährlichen Vortragsreihe wurden die Härtereiabende nach Corona überwiegend virtuell und nur das Seminar im Juni in Präsenz durchgeführt. Der 4. Härtereiabend des AWT Härtereikreises Suhl konnte diesmal wieder als Präsenzveranstaltung angeboten werden.
Die Durchführung begann mit einem Besuch der Anti-Havarie-Anlage des Bildungscampus im BTZ-Rohr. Hier erläuterte der Leiter der Einrichtung, Manfred Tietze, den 36 Teilnehmern zur Begrüßung zunächst die aktuellen Möglichkeiten der Aus- und Weiterbildung beim Umgang mit technischen Gasen am Bildungscampus. Einige Teilnehmer kennen das BTZ als den langjährigen festen Tagungsort des Härtereikreises.
Neben einer eindrucksvollen praktischen Demonstration der Wirkung von Gasen und Gasgemischen bei einem unkontrollierten Austreten und Entzünden auf dem Versuchsgelände wurden auch die in den letzten Jahren erweiterte Anlagentechnik zur Darstellung von Hochspannungseffekten sowie eine neue Anlage zur Herstellung von grünem Wasserstoff aus Solarenergie vorgestellt. Der gewonnene Wasserstoff erweitert die Möglichkeiten des Schulungsangebotes zum Umgang mit den bisher schon vorhandenen klassischen Energieträgern Erdgas und Propangas. Dazu wurde auch eine neue Mischstation für die Erzeugung verschiedener Zusammensetzungen der Gase errichtet.
Die Vorführung der Wirkung beim Zünden von definiert erzeugten Gasgemischen erfolgt in Gruben, an verlegten und offenen Rohrleitungen sowie nachgestellten Gebäuden. Der Versuchsaufbau orientiert sich an realen Anordnungen in der Praxis. Höhepunkt war die Explosion einer gasgefüllten Kammer. Die Intensität der Wärmestrahlung und der zugehörige Geräuschpegel führte bei den Teilnehmern zu einem eindrucksvollen Erlebnis. Vielen Dank an Manfred Tietze und Marco Vogt vom BTZ für die interessanten Erläuterungen und praktischen Vorführungen.
Den zweiten Teil des Vortragsprogramms übernahm Herr Dipl.-Ing. Gerd Waning von Fa. WANIng Ingenieurdienstleistungen. Er war schon häufiger mit seinen interessanten Vorträgen im Härtereikreis Suhl zu Gast. Sein Experimentalvortrag zu den Eigenschaften und dem Umgang mit Schutzgasen in der Wärmebehandlung war eine passende Ergänzung zu den praktischen Vorführungen beim Besuch der Anit-Havarie-Anlage. In gewohnter unterhaltsamer und informativer Vortragsweise hatte er auch zu fortgeschrittener Stunde noch die volle Aufmerksamkeit der Teilnehmer.
Das eindrucksvolle technische Zubehör für seine praktischen Vorführungen wurde in den vergangenen Jahren immer wieder auch durch eigene Versuchsaufbauten ergänzt und trägt erfolgreich zum besseren Verständnis der theoretischen Erläuterungen bei.
Sicherheit und Arbeitsschutz beim Umgang mit Gasen waren das Hauptthema des Vortrages. Es wurden wesentliche Aspekte zur rechtzeitigen Erkennung und richtigen Einschätzung von Risiken durch einen fehlerhaften Umgang mit Gasen und die sich ändernde Wechselwirkung von Gasen in Abhängigkeit von den Betriebsbedingungen in technischen Anlagen erläutert. Das sein Motto „Ein Herz für die Wärmebehandlung“ bei ihm gelebte Praxis ist, hat er an diesem Abend nicht nur über die Verteilung der durch Ihn speziell veredelten Schokoladenherzen auch bei diesem Besuch im Härtereikreis Suhl wieder eindrucksvoll belegt.
der Härtereikreis Suhl lädt Sie zum 5. Härtereiabend 2025/2026 herzlich ein.
Termin: Donnerstag, der 16. April 2026
Ort: BTZ Kloster Rohr Kloster 1, 98530 Rohr Tel. 036843/60206
Beginn:17:00 Uhr
Thomas Scholz, Leiter Anwendungstechnik Fa . Burgdorf
Abschrecken und Reinigen
Eine ganzheitliche Betrachtung für optimale Wärmebehandlungsergebnisse
Eine wichtige Voraussetzung für die fachgerechte Härtung von Bauteilen ist der Abschreckvorgang.
Zur Absicherung der Wärmebehandlungsergebnisse ist es ebenfalls von Bedeutung, das Härtegut vor der Wärmebehandlung und nach dem Abschrecken zu reinigen, zumal zurückbleibende Rückstände sowohl die Anlagen schädigen als auch den weiteren Behandlungsprozess stören können. Der Vortrag betrachtet die Anforderungen an den Abschreck- und Reinigungsprozess gesamtheitlich und befasst sich mit den nachfolgenden Aspekten detailliert:
– Welche Anforderungen müssen bei der Vorreinigung berücksichtigt werden, um eine optimale
Wärmebehandlung zu ermöglichen?
– Welche Voraussetzungen müssen das Abschreckmittel erfüllen, um die geforderten mechanischen Festigkeiten zu
erreichen und die Voraussetzungen für saubere Oberflächen zu ermöglichen?
-Wie kann die Oberflächenqualität des Härteguts durch den nachfolgenden Reinigungsprozess abgesichert werden?
– Wie gestalte ich den Abschreckvorgang und den Reinigungsprozess wirtschaftlich und umweltschonend?
Im Anschluss an den Vortrag haben Sie bei einem kleinen Imbiss Gelegenheit zu weiteren Fachgesprächen.
Mitgliedschaft in der AWT ist nicht Bedingung für eine Teilnahme.
Für die bessere Planung bitten wir um eine Rückmeldung über den Anmeldungslink in der Mail (falls nicht möglich, auch direkt per Mail) bis zum 09. April 2026.
Ein Teilnahmezertifikat für diese Weiterbildungsveranstaltung erhalten Sie über den Link in der Einladungsmail. Bitte ausgedruckt für die Bestätigung zur Veranstaltung mitbringen.
Die Teilnahme an der Veranstaltung wird im Rahmen der Rezertifizierung nach
DIN EN ISO 9712:2022-09 anerkannt.
Veranstaltungspauschale BTZ Rohr: 20,- € ; Überweisung mit Angabe der Firma/Namen an:
Flessa Bank Meiningen; IBAN DE16 7933 0111 0002 1000 61; Kennwort: AWT HK 5/26 oder vor Ort
Ich hoffe, Sie nehmen diesen Termin wahr, und bedanke mich im Voraus für Ihre Teilnahme.
Vortrag: 17:00 Uhr (Vortragsraum je nach Teilnehmerzahl)
Dipl.-Ing. Gerd Waning, Linde AG
„Experimentalvortrag zu Eigenschaften und Umgang mit Schutzgasen in der Wärmebehandlung“ (Kurzzusammenfassung s. Anlage).
Im Anschluss an den Vortrag haben Sie bei einem kleinen Imbiss Gelegenheit zu weiteren Fachgesprächen.
Mitgliedschaft in der AWT ist nicht Bedingung für eine Teilnahme.
Für die bessere Planung bitten wir um eine Rückmeldung über den Anmeldungslink in der Mail (falls nicht möglich, auch direkt per Mail) bis zum 10. März 2026.
Ein Teilnahmezertifikat für diese Weiterbildungsveranstaltung erhalten Sie über den Link in der Einladungsmail. Bitte ausgedruckt für die Bestätigung zur Veranstaltung mitbringen.
Die Teilnahme an der Veranstaltung wird im Rahmen der Rezertifizierung nach
DIN EN ISO 9712:2022-09 anerkannt.
Veranstaltungspauschale BTZ Rohr: 20,- € ; Überweisung mit Angabe der Firma/Namen an:
Flessa Bank Meiningen; IBAN DE16 7933 0111 0002 1000 61; Kennwort: AWT HK 4/26
Wir hoffen, Sie nehmen diesen Termin wahr, und bedanken uns im Voraus für Ihre Teilnahme.
Mit freundlichem Gruß
Martin Hofmann, Leiter AWT Härtereikreis Suhl _____________________________________________________________________________________________
Rückblick beim Besuch der Explosionsanlage 2007 mit dem DVS
Zündung der offenen Flamme in einem Graben und in einer gasgefüllten Kammer
das neue Jahr starten wir mit einem Vortrag zur Temperaturmessung. Fehler im Messsystem führen zu falschen Prozessabläufen und in der Folge zu fehlerhaften Produkten. Auch die Anlagentechnik kann bspw. durch Überhitzung zu einer vorzeitigen Materialermüdung bis zur Zerstörung wichtiger Komponenten führen. Folgen sind u. a. ein Energieverlust, Ausschuss und Nacharbeit sowie der Stillstand der Anlagentechnik. Die korrekte Temperatur ist für eine erfolgreiche Wärmebehandlung eine unverzichtbare Voraussetzung. Bei der Wärmebehandlung darf der Wert einer korrekten Temperaturmessung nicht unterschätzt werden. Herr Dipl.-Ing. Michael Taake, PhoenixTM GmbH Löhne, wird uns in seinem Vortrag von bekannten und unbekannten Fehlereinflussgrößen bei der Temperaturmessung berichten.
Vorankündigung:
Ich möchte auch gleichzeitig auf unsere Präsenzveranstaltungen am 12. März mit einem Experimentalvortrag zu Eigenschaften und Umgang mit Schutzgasen in der Wärmebehandlung von Dipl.-Ing. Gerd Waning hinweisen. Der Vortrag wird wieder am BTZ Rohr stattfinden. Es ist im Rahme dieser Veranstaltung analog 2013 ein Besuch der Gas-Simulationsanlage mit der sehr eindrucksvollen Vorführung von Explosionsbeispielen bei fehlerhaftem Umgang mit Gasen im Betreib und im privaten Umfelde geplant.
Das Werkstofftechnische Seminar im BTZ Rohr wird am 18.Juni stattfinden
Der Härtereikreis Suhl lädt Sie zum 3. Härtereiabend 2025/2026 herzlich ein.
Termin: Donnerstag, der 12. Februar 2026
Ort: virtuell
Tel. 036843/60206
Beginn:17:00 Uhr
Vortrag korrekte Temperaturmessung
Dipl.-Ing. Michael Taake, PhoenixTM GmbH Löhne
„Kleinigkeiten die nicht im Manual stehen“
Thermocouple shunting
Thermische Dämpfungsmassen für TUS Messungen
Elektrische Einstreuungen in Messfühler
Mitgliedschaft in der AWT ist nicht Bedingung für eine Teilnahme.
Für die bessere Planung bitten wir um eine Rückmeldung über den Anmeldungslink in der Mail (falls nicht möglich, auch direkt per Mail) bis zum 10. Februar 2026.
Teilnahmezertifikat für diese Weiterbildungsveranstaltung bitte per Mail anfragen.
Die Teilnahme an der Veranstaltung wird im Rahmen der Rezertifizierung nach
DIN EN ISO 9712:2022-09 anerkannt.
Ich hoffe, Sie nehmen diesen Termin wahr, und bedanken uns im Voraus für Ihre Teilnahme.
Teilnahmezertifikat für diese Weiterbildungsveranstaltung bitte per Mail anfragen.
Wir verwenden für das Webinar Microsoft Teams, zur Teilnahme ist keine Installation erforderlich. Sie können an einem beliebigen internetfähigen Gerät teilnehmen.
Sie haben Teams bereits installiert: dann können Sie über die vorhandene App teilnehmen.
Sie möchten Teams nicht installieren: wählen Sie „Stattdessen im Internet ansehen“, dann nehmen Sie über Ihren Web-Browser teil (anonyme Teilnahme)
Sie möchten Teams installieren: Microsoft bietet es vorübergehend teilweise kostenfrei zur Nutzung an. Diese Option sollte rechtzeitig vor dem Webinar von Ihnen geprüft werden
Wir hoffen, Sie nehmen diesen Termin wahr, und bedanken uns im Voraus für Ihren virtuellen Besuch.
Wir weisen darauf hin, dass die Einhaltung kartellrechtlicher Vorschriften“ während der gesamten Veranstaltung zu beachten sind.
der Härtereikreis Suhl lädt Sie zum 2. Härtereiabend 2025/2026 herzlich ein.
Termin: Donnerstag, der 18. Dezember 2025
Ort: virtuell
Tel. 036843/60206
Beginn:17:00 Uhr
Vortrag
Prof. Dr.-Ing. Franz Wendl, Fachhochschule Südwestfalen Iserlohn
„Wärmebehandlung von Warmarbeitsstählen“
Warmarbeitsstähle dienen zum Ur- und Umformen von Metallen und auch Kunststoffen. Die Wirtschaftlichkeit der jeweiligen Prozesse wird demzufolge im starken Maße von der Leistungsfähigkeit der Werkzeugwerkstoffe bestimmt. Neben einer geeigneten Stahlauswahl kommt der Wärmebehandlung eine besondere Bedeutung zu. Im Vortrag wird daher der gesamte Wärmebehandlungsprozess beschrieben. Neben der Erwärmung der Werkzeuge ist das Hauptaugenmerk der Abkühlprozess, da voreutektoide Karbidausscheidungen und grobe Bainitkarbide die Standzeit der Werkzeuge entscheidend verschlechtern. Neben der Beschreibung wird versucht, Lösungswege zu deren Vermeidung aufzuzeigen.
Mitgliedschaft in der AWT ist nicht Bedingung für eine Teilnahme.
Für die bessere Planung bitten wir um eine Rückmeldung über den Anmeldungslink in der Mail (falls nicht möglich, auch direkt per Mail) bis zum 16. Dezember 2025.
Teilnahmezertifikat für diese Weiterbildungsveranstaltung bitte per Mail anfragen.
Die Teilnahme an der Veranstaltung wird im Rahmen der Rezertifizierung nach
DIN EN ISO 9712:2022-09 anerkannt.
Wir hoffen, Sie nehmen diesen Termin wahr, und bedanken uns im Voraus für Ihre Teilnahme.
es ist endlich soweit. Wir möchten Sie hiermit zu der bereits anlässlich des Werkstofftechnischen Seminars des AWT Härtereikreises Suhl angekündigten Informationsveranstaltung zur Teilnahme an einem Versuchsprogramm zum Thema „Green Steel“ einladen (s. a. Anlage). Die Idee ist ein Versuchsprogramm zu möglichen Eigenschaftsänderungen bei der Umstellung von konventionellem auf grünen Stahl am Beispiel des Werkstoffes 42CrMo4 bei unterschiedlichsten Fertigungsmethoden und Einsatzmöglichkeiten. Folgende Muster können für die vergleichenden Versuche zur Verfügung gestellt werden:
8mm: Warmband +U oder +AC
6mm: Warmband +U oder +AC oder Kaltband +AC
5mm: Kaltband +AC
Ein erste Informationsrunde hierzu findet am 3. Dezember 2025 als Teams-Sitzung um 17:00 Uhr statt.
Vielen Dank für den tollen Einführungsvortrag zum Thema Nitrieren an Frau Prof. Hoja. Gut, dass sich die zahlreichen Teilnehmer inzwischen auch trotz Glätte und Schnee problemlos virtuell zuschalten konnten. Ein weiterer Vortrag zu diesem komplexen Thema mit Frau Prof. Hoja ist bereits geplant.
der Härtereikreis Suhl lädt Sie zum 1. Härtereiabend 2025/2026 herzlich ein.
Termin: Montag, der 24. November 2025
Ort: virtuell
Tel. 036843/60206
Beginn:17:00 Uhr
Prof. Stefanie Hoja, Hochschule Aalen
„Nitrieren – Schichtbildung, Eigenschaften und Anwendungen“
Das Nitrieren bietet vielfältige Möglichkeiten, die Randschichten von Stählen nachhaltig zu optimieren. In einem kompakten Überblick werden die wesentlichen Grundlagen des Aufstickvorgangs vorgestellt – von der Entstehung und dem Aufbau der Nitrierschicht bis hin zu ihren Eigenschaften. Der Vortrag zeigt außerdem, welche Werkstoffe sich besonders eignen und wo das Nitrieren in der Praxis eingesetzt wird.
Mitgliedschaft in der AWT ist nicht Bedingung für eine Teilnahme.
Für die bessere Planung bitten wir um eine Rückmeldung über den Anmeldungslink in der Mail (falls nicht möglich, auch direkt per Mail) bis zum 21. November 2025.
Teilnahmezertifikat für diese Weiterbildungsveranstaltung bitte per Mail anfragen.
Die Teilnahme an der Veranstaltung wird im Rahmen der Rezertifizierung nach
DIN EN ISO 9712:2022-09 anerkannt.
Wir hoffen, Sie nehmen diesen Termin wahr, und bedanken uns im Voraus für Ihre Teilnahme.
Mit 47 Teilnehmern und der traditionellen Fachausstellung konnte auch in diesem Jahr das Werkstofftechnische Seminar des AWT Härtereikreises Suhl am Bildungscampus des BTZ Rohr-Kloster erfolgreich durchgeführt werden. Zur Begrüßung gab es vom Leiter des Härtereikreises einen kurzen Rückblick auf das vergangene Veranstaltungsjahr. Es wurden 5 virtuelle Härtereiabende und eine Präsenzveranstaltung gemeinsam mit dem DGZfP Arbeitskreis Thüringen und den 3 Bezirksverbänden des DVS in Thüringen durchgeführt.
Anschließend informierte Dr. Andreas Peters über eine gemeinsame Initiative der Reinhold Mendritzki Kaltwalzwerk GmbH & Co. KG mit dem Härtereikreis Suhl und MHW Schwarza zum Thema „Green Steel“. Dr. Peters erläuterte das Konzept dieser Initiative. Ausgangspunkt dieser Idee ist ein Vortrag zum Härtereiabend im Januar 2025 mit dem Titel „Vom Hochofen zur Direktreduktion – Die Zukunft der Stahlproduktion und (mögliche) Auswirkungen auf die stahlverarbeitende Industrie“. Interessierte Firmen können sich an einer produktionsnahen Versuchsreihe zur Untersuchung möglicher Einflüsse durch die aktuelle Umstellung in der Stahlerzeugung auf die Produktqualität beteiligen.
Thematisch passend zu dieser Ankündigung war auch das Thema des ersten Vortrages. Dr.-Ing. Dipl.-Wirt. Ing. Frank Hippenstiel von der BGH Edelstahlwerke GmbH berichtete von den Erfahrungen auf dem Weg zur Realisierung der nachhaltigen Herstellung und Anwendung von Sonder-Edelstählen. Seine Analyse des aktuellen Standes bei der geplanten CO2-neutralen Stahlproduktion zeigt sowohl die bisher möglichen Verbesserungen bei BGH, weist aber auch gleichzeitig auf den Berg noch offener Aufgaben hin, die zum Erreichen der anspruchsvollen Zielstellung – dem Erzeugen von tatsächlich „grünem“ Stahl – auch unter Berücksichtigung des internationalen Wettbewerbes zu bewältigen sind.
Im Anschluß gelang es Dipl.-Ing. Rainer Braun von der Burgdorf GmbH & Co. KG mit dem Thema „Moderne Abschrecköle für die LPC-Verfahrenstechnik“ den Teilnehmern in anschaulicher Form das breite Anwendungsspektrum der flüssigen Abschreckmittel und die Abhängigkeit deren Wirkung von Prozessparametern, wie bspw. Umwälzung und Temperatur, näher zu bringen. Neben der Erläuterung neuer Prüfmöglichkeiten zur weiteren Optimierung und Weiterentwicklung von Abschreckmedien in der Wärmebehandlung, wurden auch Ergebnisse zur Erweiterung der Bandbreite der Abschreckwirkung unter variierenden Druckbedingungen dargestellt.
Bei Kaffee und Kuchen konnten sich die Teilnehmer in der anschließenden Pause an den Ständen der Fachaussteller austauschen.
Das Thema Normung in der Wärmebehandlung ist ein wesentlicher Baustein für die Vereinbarungen zwischen Auftraggeber und Lohnhärterei. Immer wieder kommt es hier zu Missverständnissen, die aus Unkenntnis der gültigen Regelwerke resultieren. Arnold Horsch ist seit vielen Jahren als stellvertretender Vorsitzender des Normungsausschusses tätig und verfügt aufgrund seiner langjährigen Berufspraxis im Bereich der Wärmebehandlung und der Prüftechnik über ein fundiertes Fachwissen. Anhand von Praxisbeispielen gelang es ihm, das an sich trockene Thema „Normung“ näherzubringen und Fragen zu den, auch für einen Fachmann nicht immer nachvollziehbaren, Formulierungen zu beantworten. Außerdem wurden die Grenzen der Regelungen über Normen in der Praxis aufgezeigt. Als Ergänzung zu den Normen und Regelwerken sind eine klare und eindeutige Beschreibung der gewünschten Werkstoffeigenschaften in Form zusätzlicher Liefer- und Bestellvorschriften hilfreich und tragen zu einer erfolgreichen Wärmebehandlung bei.
Wie alle Referenten des diesjährigen Seminars war auch Dr. Matthias Steinbacher vom IWT in Bremen bereits mehrfach im Härtereikreis Suhl mit Vorträgen zu Gast.
Dieses Jahr hat er sich wieder dem Thema Einsatzhärten gewidmet und die Verfahren im Niederdruck und in der Gasatmosphäre verglichen. Inhalt des Vortrages war eine direkte Gegenüberstellung von Unterschieden und Gemeinsamkeiten der beiden Varianten. In der allgemeinen Erläuterung der beiden Einsatzverfahren und möglicher Variationen des Mediums beim Gasaufkohlen wurden die Einflüsse aus der Anlagentechnik, wie bspw. die Vorbehandlung, die Behandlungsdauer und auch der Energieverbrauch, erläutert. Im Ergebnis der jeweiligen Wärmebehandlung sind aufgrund der unterschiedlichen Prozessparameter auch Unterschiede in der Gefügeausbildung (bspw. Randoxidation, Korngröße) zu erwarten, die bei der Auswahl des geeigneten Verfahrens für das jeweilige Projekt zu berücksichtigen sind.
Prof. Dr.-Ing. habil. Olaf Keßler, Universität Rostock, übernahm den abschließenden Vortrag des Seminars. Der Referent beschäftigt sich in seiner wissenschaftlichen Arbeit bereits seit vielen Jahren mit der Wärmebehandlung von Aluminiumlegierungen, die im Vergleich zu Stahl in den Lohnhärtereien eine geringe Verbreitung hat. Der Härtereikreis Suhl hatte durch die regelmäßigen Vorträge von Prof. Kessler in den vergangenen Jahren immer wieder die Gelegenheit, sich über den aktuellsten Entwicklungsstand auf diesem Gebiet zu informieren. Dieses Mal gab es einen fachübergreifenden Vortrag aus dem Gebiet der additiven Fertigung eines AlSi10 im Pulverbett. Die erzielte Härte nach der Wärmebehandlung in Form einer konventionellen Ausscheidungshärtung führte lokal nicht zu den erwarteten und für diesen Werkstoff typischen Steigerungen. Durch die Einflüsse aus der Laseraufschmelzung kommt es zu unerwarteten Änderungen in der Mikrostruktur, die auf Grund der geringen Größe nur mit aufwendigen hochauflösenden Verfahren sichtbar gemacht werden können. Der Vortag und die anschließende Diskussion bestätigten die Erfahrung der letzten Jahre, dass das Interesse an der Wärmebehandlung von neuen Werkstoffen und additiv gefertigten Produkten und damit auch an Vorträgen zu diesen Themen zunimmt. Der Härtereikreis Suhl lädt aus diesem Gund bei Themen mit einer gemeinsamen Interessenlage auch regelmäßig Teilnehmer aus dem regionalen DVS-Verband ein.
Nach den Vorträgen und Diskussionen konnten die Gespräche sowohl an den Firmenständen als auch mit den Referenten beim Thüringer Buffett fortgesetzt werden.
Vielen Dank an alle Referenten, die auch eine lange Anreise nicht gescheut haben. Dass sie mit Ihren spannenden Themen aus unterschiedlichen Fachgebieten der Wärmebehandlung das Interesse der Teilnehmer trafen, wurde nicht zuletzt in den Diskussionsbeiträgen deutlich. Der Dank gilt ebenso den Fachausstellern und Sponsoren, dem bewährten Catering von Fa. Heller und dem Bildungscampus BTZ Rohr-Kloster, die mit Ihrem Beitrag das bewährte Veranstaltungskonzept des Härtereikreises Suhl seit vielen Jahren ermöglichen.
Martin Hofmann , Leiter AWT Härtereikreis Suhl
Bilder zum 23. Seminar 2025
Eröffnung durch Martin Hofmann ,Leiter Härtereikreis Suhl
16:30„Einsatzhärten mittels Aufkohlung im Niederdruck oder Gasatmosphären“
Dr. Matthias Steinbacher, IWT Bremen
Das Einsatzhärten gehört heute zu den meist verwendeten Verfahren zur martensitischen Härtung von hoch belasteten Bauteilen, insbesondere für Bauteile im Antriebsstrang. Die aus dem Verfahren resultierenden Eigenschaften eines harten und verschleißfesten Randes kombiniert mit einem festen aber duktilen Kern machen die Besonderheit so behandelter Bauteile aus. Im Rahmen des Vortrags werden die beiden heute üblichen Verfahren, die zur Aufkohlung der Randschicht verwendet werden, die Aufkohlung im Niederdruck und in Gasatmosphären, vorgestellt und erläutert. Auf spezifische Unterschiede bezüglich der Verfahrensführung und der Vor- und Nachteile der Verfahren wird eingegangen.
17:15 „Wärmebehandelbarkeit einer Aluminiumlegierung AlSi10Mg nach additiver
Fertigung durch pulverbettbasiertes Schmelzen mittels Laserstrahl“
Prof. Dr.-Ing. habil. Olaf Keßler, Universität Rostock
Die Aluminiumlegierung AlSi10Mg ist aufgrund ihrer guten Verarbeitungseigen-schaften ein Standardwerkstoff für die additive Fertigung durch pulverbettbasiertes Schmelzen mittels Laserstrahl (PBF-LB/M). Ihre chemische Zusammensetzung im Zustandsdiagramm Al-Si-Mg erlaubt eine Festigkeitssteigerung durch das Wärmebehandlungsverfahren Ausscheidungshärten, bestehend aus den Teilschritten Lösungsglühen, Abschrecken und Warmauslagern. Dadurch werden nanoskalige Ausscheidungen erzeugt, die das Versetzungsgleiten behindern (Teilchenverfestigung). Die rasche Erstarrung während PBF-LB/M ermöglicht im Prinzip ein direktes Warmauslagern ohne erneutes Lösungsglühen und Abschrecken. Bei genauerer Betrachtung wird die thermische Historie eines PBF-LB/M Bauteils und damit seine Wärmebehandelbarkeit aber durch zahlreiche Prozessparameter beeinflusst. Im Vortrag werden mehrere dieser Einflussgrößen vorgestellt und diskutiert.
18:00 Schlusswort
Im Anschluss an die Veranstaltung haben Sie beim gemeinsamen Abendessen Gelegenheit zu weiteren Fachgesprächen.
Nutzen Sie die Gelegenheit zum persönlichen Austausch mit führenden Fachleuten aus Wissenschaft und Industrie. Wir freuen uns auf Ihren Besuch am Bildungscampus BTZ Rohr-Kloster.